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Von knapp 100 PS wieder runter auf 40 PS?! Ist das nicht ein Rückschritt? - Nein....oder ja - kommt auf die Sichtweise an.

Das erste Mal, dass ich nach meinem Wiedereinstieg einen Eintopf gefahren bin, war im Sommer 2006 auf einem Schottersträßchen der Ligurischen Grenzkammstraße. Eine Honda XR 600. Wir kamen zu zweit von einem zweiwöchigen Korsika-Trip, haben uns in Tende mit Freunden verabredet und wollten mit unseren Großenduros (Tiger und LC8) mal etwas gröberes Pflaster unter die Reifen nehmen. Soweit wars auch ganz spaßig.... - wenn man nichts anderes kennt. ;-)
Auf dem Campingplatz lernten ein paar nette Jungs aus Hannover kennen.Alle auf XRs. Und bei einer gemeinsamen Tour ergab sich die Gelegenheit die XR von Micha mal ein paar Kilometer zu testen. Naaa....man merkt ja plötzlich was so unter den Reifen passiert. Da wird nicht alles plattgewalzt. Das fehlende Gewicht ist deutlicher spürbar als ich mir das gedacht hätte. Handling wie ein Mountainbike, so kommt es einem nach dem Umstieg vom Tiger vor. Und auf so einem Terrain kann man mit den 100 PS schlicht gar nix anfangen. Die erste Eintopf-Erfahrung also durchweg positiv. Wenn das mal kein Konsequenzen hat... ;-)
Es war aber auch noch ein Supermoto-Umbau dabei, der mich noch viel mehr begeistert hatte. Dass der Kerl die meiste Zeit auf dem Hinterrad fuhr und in jeder Kurve die Rasten kratzen ließ, hat wahrscheinlich den Rest dazu beigetragen. Ganz schön lässig...

Zuhause angekommen, hab ich mich natürlich gleich umgeguckt, was da so für mich in Frage kommen würde. Relativ schnell bin ich bei der LC4 Supermoto von KTM gelandet. Also gleich mal mit Burkhard telefoniert, der sowas neben seiner Tiger im Stall stehen hat. Auf die Einladung hin, ich könne seine gepimpte Sumo mal um den Feldberg im Taunus Probefahren, musste ich nicht lange überlegen. Und Burkhard wusste genau, was er damit "anrichtet". Ganz übel angefixt hat er mich! ;-))
Zwar gar nicht so leicht, wenn man noch nie auf einer Supermoto gefahren ist, aber so ein Gerät ist einfach nur geil. Ich hab das Grinsen lange nicht aus dem Gesicht bekommen. Die Frage, ob ich eine Supermoto haben will, war von da an geklärt. :-)

Jetzt ging es nur noch darum, die richtige für mich zu finden. Wenn man allerdings noch keine Ahnung davon hat, wie und wofür man so ein Funbike nutzen möchte, gar nicht so einfach. Die Tiger würde ja auch bleiben. Es sollte also auf jeden Fall was alltagstaugliches sein, mit standfestem Motor. Was leichtes für die kleine Feierabendrunde....oder so ähnlich. Burkhard hat mich über die KTM Modellpalette aufgeklärt. Die 640er bin ich dann auch zweimal Probe gefahren beim Händler. Letztere hätte ich dann auch fast gekauft, wenn.... :-) ...ja wenn mir da nicht die DRZ übern Weg gelaufen wäre...

Eher durch Zufall hab ich, als wir im November 2006 beim SuperX in Stuttgart waren, ein Anzeige von Suzuki bemerkt. Wow...für den Preis würde ich noch nicht mal ein gebrauchte LC4 bekommen, die mir zusagen würde. So wurde also erneut der Markt, einschlägige Foren studiert und eine Probefahrt absolviert. Es folgte eine "kurze" Zeit des Abwägens (ich bin Waage...Entscheidungen können manchmal dauern *g*)....und ich entschied mich für den standfesteren Motor, die längeren Wartungsintervalle und geringeres Gewicht......und nahm dafür die etwas magerere Leistungsausbeute in Kauf. So zog ich noch vor Weihnachten los, um mir selbst ein schönes Geschenk zu machen. Mit 0 Kilometern auf der Uhr. Gut gemacht, Markus :-)

Wenn ich auf das Jahr 2007 zurück blicke, hat die ganze Aktion nur einen Nachteil mit sich gebracht: der Tiger wurde immer seltener bewegt.
Klar, auf langen schnellen Landstraßen hat man mit der DRZ nicht viel zu lachen, aber sie spielt ihre Trümpfe um so mehr in den Ecken aus, wo es kleiner und wickliger wird. Eben dort, wo Motorrad fahren sowieso am meisten Spaß macht.

Hinzu kommt die Möglichkeit sich mit der DRZ auch mal auf einer Supermotostrecke auszutoben. Wer hier dann einmal Blut geleckt hat, der wird es immer wieder wollen.
Dafür hat sie jetzt über den Winter wieder ein paar Mods erfahren. Sinnvolle Sturzschutzteile, wie Achsprotektoren, Handschützer und Case-Saver, hatte ich gleich zu Beginn angebracht. Jetzt also erweitert um einen 28,6 mm Oversize-Lenker von Magura (SX) sowie Fußrastenschleifpads und einen Überlaufbehälter (Vorschrift auf vielen Events).
Und so freue ich mich auch schon auf die ersten Events, die 2008 anstehen. Dann heißt es wieder üben, üben, üben... (und Spaß, Spaß, Spaß natürlich ;-))

Abschließend sei auch hier noch das DRZ-Forum erwähnt. Wenn man Infos über die Zette sucht, kommt man daran nicht vorbei. Ein klasse Haufen tummelt sich da. Und jeder, der eine kleine DRZ oder RMZ sein eigen nennt, ist zum jährlich Forumstreffen am Harzring herzlich eingeladen (Infos im Forum).

///// Markus Napieralla © 2008 /////